Artist-in-Residence

Mit dem Projekt „Passage“ möchte der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. temporäre Arbeitsaufenthalte für KünstlerInnen aus den Bereichen Fotografie und Film ermöglichen, die sich vor Ort in ihrer Arbeit der Dübener Heide annähern – einer Region, die von umfassenden Veränderungen geprägt ist. Die Vielfalt, die diese Region in sich vereint, möchten wir weitergeben und mittels thematischer Schwerpunkte zu künstlerischen Arbeiten inspirieren. Die KünstlerInnen können den Aufenthalt für eine Recherche nutzen und/oder ergebnisorientiert arbeiten. Damit will das Projekt die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen des strukturellen Wandels in der Region der Dübener Heide, aber auch darüber hinaus, anregen und ein Verständnis für die Herausforderungen in Bezug auf den Klimawandel und des Umweltschutzes fördern. Als „Artist-in-Residence“ (AiR) Format beschreibbar, bedeutet es für die Region der Dübener Heide ein Novum in Sachen künstlerischer Interaktion.

Dübener Heide

Die Dübener Heide liegt geografisch nördlich von Leipzig, südlich von Berlin, zwischen den Flüssen Mulde im Westen und Elbe im Osten. Sie erstreckt sich grenzübergreifend über die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die Region umfasst 770 km² Wald und bildet eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete im Osten Deutschlands. Die Landschaft ist geprägt durch große Mischwälder, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, offene Flure und kleinere Ortschaften. Für den Raum Leipzig/Halle stellt die Dübener Heide eines der größten Naherholungsgebiete dar.

Struktureller Wandel

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Landschaftsbild der Dübener Heide zunehmend verändert. Maßgeblich dazu beigetragen haben zum einen die sichtbaren Folgen des Braunkohleabbaus in großen Tagebauen am westlichen Rand des Gebiets. So sind Aufstieg und Niedergang verschiedener Industrien des Chemiestandorts Bitterfeld, dazu zählt auch die Filmindustrie in Wolfen, immer im Kontext zur Region der Dübener Heide zu betrachten. Diese war nicht nur Lieferant von Kohle für die Energiegewinnung, auch Arbeitskräfte, die vor Ort wohnten oder die Naherholung suchten, prägten die Entwicklung der Industrieregion am Rande der Dübener Heide. Heute kennzeichnet eine postindustrielle, renaturiere Natur das Landschaftsbild des westlichen Randes der Region. Zum anderen führten die niederschlagsarmen Jahre 2018 und 2019 zu einem Verlust von Kiefer- und Buchenwaldbeständen und hinterließen eine sichtbare Veränderung im Charakter der Waldgebiete in der Dübener Heide.