Richtlinien für die Bewerbung

DIE BEWERBUNGSFRIST IST ABGELAUFEN


Für die Residenzen des „Passage“ AiR Programms im Jahr 2022, freut sich der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. auf Bewerbungen von nationalen und internationalen Künstler*innen aus den Bereichen Fotografie und Film. Der Zeitraum für die Durchführung der Residenzen ist Juni 2022. Es stehen zwei Plätze zur Verfügung, ein Platz wird an eine Künstlerin mit Kind vergeben.

Unter dem Thema „Status Landschaft“ stehend, sollen die Residenzen eine Beschäftigung mit dem gegenwärtigen Zustand von Landschaft am Beispiel der Dübener Heide, einem Naturpark im Osten Deutschlands, ermöglichen. Folgende Fragestellungen können als Anregung dienen:

Welche Erwartungen gibt es gegenüber einer Landschaft? Welche Wahrnehmungsweisen einer Landschaft entstehen während eines temporären Aufenthaltes vor Ort? Welche Bedeutung hat eine Landschaft als Ressource für Naherholung, Wirtschaft und Klima?

Wir ermutigen die Bewerbung von Künstler*innen, die sich durch einen temporären Aufenthalt neue Themen und die Region der Dübener Heide erschließen möchten und zusätzlich bekannte oder neue Arbeitsweisen ortsspezifisch ausprobieren wollen.


Förderung für Künstlerin mit Kind


Ein Platz wird bevorzugt an eine Künstlerin mit Kind vergeben. Wir möchten der Künstlerin ermöglichen, ihr Kind für die Dauer des Aufenthalts mitzubringen. Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. ist bemüht, die nötige Infrastruktur dafür bereitzustellen und eine kinderfreundliche Unterkunft und temporäre Kinderbetreuung zu vermitteln. Es ist möglich, für die Dauer des Aufenthaltes auch die Partnerin oder den Partner mitzubringen. Zusätzliche Kosten, die dadurch entstehen (z.B. Reise- und Übernachtungskosten), sind selber zu tragen.


Umfang der Förderung


Die Förderung umfasst:

  • die Vermittlung und Übernahme der Kosten für eine Unterkunft in der Dübener Heide während der Zeitdauer des vierwöchigen Aufenthalts im Juni 2022
  • die Übernahme der Reisekosten für die An- und Abreise bis zu einer Höhe von maximal 500,00 EUR
  • eine einmalige Zuwendung in Höhe von 1000,00 EUR
  • die Übernahme der Kosten für die Fortbewegung während des Aufenthalts von maximal 250,00 EUR
  • zusätzlich für die Künstlerin mit Kind die Übernahme der Kosten für die An- und Abreise des Kindes und die temporäre Kinderbetreuung während des Aufenthalts von maximal 500,00 EUR

Der Nachweis der Ausgaben (Reisekosten, Zuwendung, Fortbewegung, Kinderbetreuung etc.) erfolgt in Form einer Rechnung, die von den Künstler*innen an den Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. zu stellen ist und beinhaltet alle, eventuell von den Künstler*innen zu entrichtenden, Steuern.

Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. unterstützt vor Ort die Künstler*innen bei Recherchen, Vermittlungen sowie in organisatorischen und inhaltlichen Fragen.

Alle weiteren Kosten, z.B. für Material, sind von den Künstler*innen selber zu tragen.


Bewerbung


Die Bewerbung erfolgt formlos mit einer Email an info[at]passageair.org bis 31.03.2022. Da die Jury international besetzt ist, ist die Bewerbung bitte in Englisch einzureichen.

Erforderliche Angaben für die Bewerbung sind: Name, Vorname, eine gültige Mailadresse. Künstlerinnen mit Kind vermerken bitte das Alter des Kindes in ihrer Bewerbung. Zusätzlich sind folgende Angaben zusammen in einem pdf (max 15 MB) der Email anzufügen:

  • künstlerischer Lebenslauf
  • geplantes Arbeitsvorhaben während der Residenz (max. 2000 Zeichen)
  • aussagekräftige Arbeitsproben

Für die Teilnahme an der Bewerbung wird das Mindestalter von 18 Jahren vorausgesetzt. Eine Altersbeschränkung besteht nicht. Kosten für die Bewerbung werden nicht erhoben. Das „Passage“ AiR Programm fördert Diversität und ruft speziell Künstler*innen aller Religionen, Herkünfte oder sexueller Identität zur Bewerbung auf. Die Auswahl der Künstler*innen erfolgt durch eine Jury auf Grundlage der Qualität der eingereichten Arbeiten. Die Jury setzt sich zusammen aus der Vorsitzenden des Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V., den beiden Residenzkünstlern des letzten Jahres und externen Juroren aus dem Kultur- und Kunstbereich. Die Zusammensetzung der Jury wird auf der Webseite: passageair.org bekanntgegeben. Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Die ausgewählten Künstler*innen werden ab 20.04.2022 informiert.


Voraussetzung zur Teilnahme


Die ausgewählten Künstler*innen sind für vier Wochen im Rahmen des „Passage“ AiR Programms vor Ort in der Dübener Heide im Juni 2022 anwesend. Das „Passage“ AiR Programm versteht sich als Raum, der den Künstler*innen einen Zugang zur Region der Dübener Heide ermöglichen will. Die Künstler*innen können den Aufenthalt für eine Recherche nutzen oder ergebnisorientiert arbeiten.

Da der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. speziell den Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen und etablierten Künstler*innen fördern möchte, ist die Teilnahme an der Residenz an die Durchführung eines 2- tägigen Workshops für Jugendliche gebunden. Die Form, der Inhalt und der Umfang des Workshops ist frei wählbar. Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. stellt die nötigen logistischen und räumlichen Ressourcen für den Workshop zur Verfügung.

Künstler*innen im Rahmen des „Passage“ AiR Programms in der Dübener Heide begrüßen zu können, heißt auch, unsere Neugierde auf die Gäste mit Bewohner*innen der Region zu teilen. Wir schätzen kulturellen Erfahrungsaustausch und wünschen uns, dass die Künstler*innen im Rahmen eines Künstler*innengesprächs Einblicke in ihr bisheriges Schaffen einem öffentlichen Publikum gewähren.


Ländliche Gegend Dübener Heide


Die Dübener Heide ist eine ausgesprochen ländliche Gegend. Die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich, jedoch lassen sich nicht alle Orte (Dörfer und Städte) unkompliziert mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Wir empfehlen den Kauf einer Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel. Diese Kosten können aus den für die Künstler*innen zur Verfügung stehenden Mitteln für Fortbewegung beglichen werden, siehe Umfang der Förderung. Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. kann die Anmietung eines PKW’s vermitteln. Die Kosten für die Anmietung und den Betrieb, sind von den Künstler*innen zu tragen (diese Kosten können aus den für die Künstler*innen zur Verfügung stehenden Mitteln für Fortbewegung beglichen werden, siehe Umfang der Förderung). Alle zusätzlichen Kosten für die Fortbewegung darüber hinaus, sind von den Künstler*innen selber zu finanzieren.


Unterkunft


Die Unterbringung der Künstler*innen erfolgt in der Region der Dübener Heide. Wir versuchen, auf die Bedürfnisse der Künstler*innen Rücksicht zu nehmen und streben eine getrennte Unterbringung an. Gleichzeitig möchten wir den Austausch zwischen den beiden Residenz-Künstler*innen fördern und dies durch eine kurze Distanz zwischen den Unterkunftsorten ermöglichen. Insbesondere die Unterbringungsbedingungen für die Künstlerin mit Kind, müssen im Vorfeld in Absprache mit der Künstlerin geklärt werden.


Urheberschaft


Die im Rahmen der Residenzen entstanden Arbeiten sind Eigentum der Künstler*innen. Die Urheberschaft und Verwertungsrechte liegen bei den Künstler*innen. In Absprache und Auswahl mit den Künstler*innen, wird dem Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. das Recht zur Verwendung einer Auswahl von zehn Bildern (digitaler Fotografien) im Zusammenhang mit der öffentlichen Darstellung und Berichterstattung über das „Passage“ AiR Programm eingeräumt. Weitere Nutzungen darüber hinaus werden individuell geregelt.

Geplant ist, nach Ende der Residenzen im Jahr 2023 eine Ausstellung durchzuführen, die die Resultate der Residenzen zeigen. Für diese Ausstellung sind wir bemüht, die Produktionskosten zu übernehmen. Wir befinden uns aktuell in der Phase der Antragstellung, um Förderung der Produktionskosten einzuwerben.


Datenschutz


Sämtliche im Zusammenhang mit der Bewerbungen stehenden Daten werden vom Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. für die Durchführung der Jurierung gespeichert und den Mitgliedern der Jury weitergereicht. Nach Ende der Jurierung werden die Daten innerhalb von vier Wochen gelöscht. Ausschließlich zu statistischen Zwecken werden die Namen und Herkunftsländer der Bewerber*innen dauerhaft gespeichert. Dieser Speicherung kann jederzeit schriftlich per Email an info[at]passageair.org widersprochen werden. Mit Einreichung der für die Bewerbung benötigten Unterlagen, erklären sich die Bewerber*innen mit dieser Datenschutzregelung einverstanden.


Corona-Verordnungen


Die Durchführung der Residenzen im Juni 2022 findet unter Beachtung der zu dieser Zeit gültigen Corona Verordnungen statt.

Jury


Jurymitglieder 2022


Heike Beck ist Mitbegründerin des Kultur- und Kunstvereins Kemberg e.V. und seit 2020 Vorsitzende des Vereins. Sie studierte Geschichte und Deutsch an der Karl Marx Universität in Leipzig. Seit 1985 ist sie an der Ganztagsschule „Ernestine Reiske“ Sekundarschule in Kemberg tätig und seit 1993 ist sie stellvertretende Schulleiterin (Konrektorin) an dieser Schule. 1994 wurde sie in den Stadtrat der Stadt Kemberg gewählt und übte dort bis 2019 verschiedene Funktionen aus (Vorsitzende des Kulturausschusses, Stellvertreterin des Bürgermeisters, Ortsbürgermeisterin). Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Errichtung der kulturhistorischen Begegnungsstätte „Altes Museum/Knabenschule“ in Kooperation mit der Stadt Kemberg und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.


Milena Carstens ist leitende Fotoredakteurin des ZEITmagazins. Nach ihrem Studium der Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld hat Milena Carstens diverse Fotografie-Ausstellungen organisiert und kuratiert, sowie als Bildredakteurin an zahlreichen Projekten und Magazinen mitgearbeitet. Als Galeriemanagerin leitete sie den Showroom der Robert Morat Galerie in Berlin. Ab 2012 arbeitete sie beim ZEITmagazin als Fotoredakteurin und übernahm 2014 die Leitung der Fotoredaktion. Milena Carstens ist verantwortlich für alle visuellen Inhalte des wöchentlichen ZEITmagazins, sowie für die Regionalausgaben und die halbjährlich erscheinenden Magazine ZEITmagazin Mann und ZEITmagazin International.


Der in Brasilien geborene Filmemacher, Autor und Art Director Carlos Vin Lopes absolvierte einen MA in Visueller Kommunikation an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Er ist einer der Gründer von GRUPPPO – Design, Film & Visual Art Studio zusammen mit Valerio Nicoletti und Lucia Sgrafetto. Carlos Vin Lopes lebt und arbeitet seit 2012 in Berlin.

Seine Arbeiten wurden auf Festivals gezeigt (u.a.: Cannes Film Festival; European Independent Film Festival; Chicago Screenplay Awards; New York International Screenplay Awards; Caminhos Film Festival) und kulturellen und redaktionellen Veranstaltungen (Erster Preis bei der internationalen Kunstplakat-Biennale BICEBE in Bolivien). Der deutsch-chinesische Verlag Hesign lud ihn ein, Teil des Buches „One by One“ zu sein – eine Registrierung zeitgenössischer bildender Künstler. Außerdem wurden seine Arbeiten in der Zeitschrift Print Mag aus den USA und auf der renommierten Plattform „Free The Work“ vorgestellt. Er stellte seine grafischen Projekte auf der 10. internationalen Poster-Triennale in Toyama (Japan) aus. Carlos Vin Lopes arbeitet an kulturellen und künstlerischen Projekten mit dem Schwerpunkt Interdisziplinarität zwischen Design, Filmproduktion und Storytelling.


Laura Pannack ist eine in London ansässige Fotografin. Sie ist bekannt für ihre Porträt- und Sozialdokumentationen, in denen sie die komplexe Beziehung zwischen Subjekt und Fotograf untersucht. Ihre Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und veröffentlicht, unter anderem in der National Portrait Gallery, The Houses of Parliament, dem Somerset House und der Royal Festival Hall in London.

Ihre Arbeiten haben viel Zuspruch erhalten und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der John Kobal Award, der Vic Odden Prize, der World Photo Press Awards, der Juliet Margaret Cameron Award und der HSBC Prix de la Photographie.

Angetrieben von recherchierten, selbst initiierten Projekten versucht Pannack, das Leben derer, die sie auf Film bannt, vollständig zu verstehen, um es so wahrheitsgetreu wie möglich zu porträtieren. Viele ihrer Projekte entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg, was ihr hilft, eine echte Verbindung zwischen sich und den Porträtierten herzustellen und die Intimität, die gemeinsamen Ideen und die gemeinsamen Erfahrungen dieser Beziehung einzufangen. Laura Pannack war „Passage“- Artist-in-Residence Künstlerin im Jahr 2021.


Jule Schaffer leitet die Fotografische Sammlung des Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Sie studierte Kunstgeschichte, Englische Philologie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln und Sevilla. Als Stipendiatin der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne promovierte sie 2015 zu Konzepten von Sakralität in der zeitgenössischen Fotografie. Bis 2018 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln. Als Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin arbeitet sie zu Themen der Fotografie der 1920er Jahre und der zeitgenössischen dokumentarischen und konzeptuellen Fotografie und fotografischen Publikationsmedien und interdisziplinäre Kunstkritik.


Bert Villa ist ein phänomenologischer Künstler und Architekt aus Gent. Mit seinen Installationen, Fotografien und architektonischen Strukturen, befasst sich Villa mit den Codes der (vom Menschen geschaffenen) Umwelt und unserer Wahrnehmung dieser Umwelt gegenüber. Oftmals geht Villa von einem bestimmten Ort und den damit verbundenen Erzählungen aus und beschäftigt sich mit den deutlich erkennbaren Phänomenen, die diese Umgebung kultivieren. Indem er sie isoliert oder de-kontextualisiert, hinterfragt er die Art und Weise, wie unsere Umwelt kulturell, historisch und sozial konstruiert ist. Bert Villa baut kontextuelle Installationen. Das sind zusammengesetzte Strukturen, die durch gemeinsame (architektonische) Elemente inspiriert werden, die Elemente der realen Umgebung abstrahieren oder neu gestalten, um eine alternative Realität zu schaffen.

Villa ist Teil des Künstlerkollektivs 019 und des globalen kollaborativen Netzwerks ConstructLab, für das er den belgischen Verein Constructlab Belgium VZW mitbegründet hat. Er unterrichtet derzeit an der Fakultät für Architektur der KU Leuven am Campus Gent und an der LUCA School of Arts.

Kürzlich wurde sein erstes Buch „Assembly“, das seine ersten fotografischen Arbeiten und eine Sammlung von skulpturalen Arbeiten der letzten fünf Jahre präsentiert, bei MER. Paper Kunsthalle und Borgerhoff Lamberigts veröffentlicht. Bert Villa war „Passage“ Artist-in-Residence Künstler im Jahr 2021.


Jurymitglieder 2021


Die Jury für die Auswahl der Residenzen im November 2021 (Bewerbungsschluss war der 30.08.2021) setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen. Heike Beck, Mitbegründerin und Vorsitzende des Kultur- und Kunstvereins Kemberg e.V., Kemberg. Louise Fedotov-Clements, Künstlerische Leiterin, QUAD & Direktorin FORMAT International Photography Festival, Derby, (GB). Valerio Nicoletti, Art Director und Designer, lebt in Berlin und Apulien (Italien). Simon Roberts, Bildender Künstler, lebt in Brighton (GB). Eugenie Shinkle, Fotografin und Autorin, lebt und arbeitet in London. Helena Weber, Fotohistorikerin, lebt und arbeitet in Köln. Weitere biografische Informationen finden Sie im News-Eintrag hier.